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SZENE HAMBURG
, September 2003 von Anne Otto
Britta
Die Berlinerinnen sind Lichtjahre voraus -und weihen am 27.9. das wieder
eröffnete INDRA ein, präsentiert von SZENE HAMBURG
Dunkle Ledersessel, geschwungener Schriftzug und Gold auf
der Schallplatte, so stylen Britta ihr drittes Album. Inszenierter und
gleichzeitig individueller zeigen sich die Berliner Musikerinnen jetzt.
Und vor allen Dingen selbstbewußter.
Haben sie schon auf dem Vorgängeralbum "Kollektion Gold"
(mit Hits wie "Wir sind die traurigsten Menschen von ganz Berlin")
gezeigt, dass sie gerne jetztzeitverliebte und popbesessene Stücke
schreiben , entwickeln sie nun auf "Lichtjahre voraus" noch
mehr Vielfalt , Präzision und Kraft.
Wenn Christiane Rösinger Texte wie "So viele Fragen müssen
wir uns stellen denn nur durch Fragen lernen wir uns kennen" singt,
mit einer Stimme, die weise, kindlich und rebellisch zugleich ist, klingt
Mühsal ebenso durch wie die Poesie jeder neuen Begegnung. Dazu redundante,
warme Gitarren -mit so einer Mischung emanzipieren sich Britta auch immer
mehr von ihrer guten alten Band, den Lassie Singers.
Daneben sind sie auch rockiger geworden , scheinen von den Hamburgerinnen
Parole Trixi inspiriert zu sein zu kräftigem forderndem Auftreten:
Wir sind Britta, wir sind Lichtjahre voraus! Aufgebrochen wird das dann
wieder durch "Wir sind nicht bei Rock am Ring". Das singt Rösinger
Lakonisch und setzt hinzu, da auch nicht mehr hinzuwollen, Frauenbands
Noch immer so selten, dass es kaum möglich ist, nicht darüber
zu sprechen.
So bleibt oft wenig Zeit die Musik zu beschreiben: Smithgitarren, geschlagenen
Gitarren, Waveorgel, Popchöre, das alles gehört ebenso zur Platte
wie das Ton -Steine-Scherben-Cover mit einem Gesangs-Schrei-Schluchzer,
der einen morgens aufwachen läßt mit diesem "Wir müssen
hier raus".
Endlich raus aus dem Schattendasein. Rein in die schöne Welt, rein
in die Hotellounge, sich so inszenieren, wie es passt zu einem weiblichen
1000-Hit-Wunder wie Britta.
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